Gemeinsame Pressemitteilung von Gladbecks Bürgermeisterin Bettina Weist, Bundesministerin Bärbel Bas, INEOS Phenol und der SPD Gladbeck
Gemeinsame Sorge um den Industriestandort Deutschland
- Das INEOS Phenol-Werk in Gladbeck empfing am 5. August 2025 Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales und Vorsitzende der SPD, Gladbecks Bürgermeisterin Bettina Weist und Landtagsabgeordnete Christin Siebel, um auf die Probleme bei der Wettbewerbsfähigkeit der Basischemie in Deutschland aufmerksam zu machen.
- Wir haben schmerzhafte Erfahrungen mit den Auswirkungen einer hohen Abhängigkeit von anderen Ländern gemacht. Allein schon aus diesem Grund müssen wir die Grundstoffindustrie in Deutschland erhalten.
Am Dienstag, 5. August 2025, empfing der INEOS-Standort Gladbeck hochrangigen Besuch: Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales und SPD-Vorsitzende, besuchte das INEOS Phenol-Werk in Gladbeck, gefolgt von einer Diskussionsrunde. Das Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern von INEOS, dem Betriebsrat, der Landtagsabgeordneten Christin Siebel und der Gewerkschaft IGBCE, vertreten durch Thomas Steinberg, wurde auf Initiative von Gladbecks Bürgermeisterin Bettina Weist und der Gladbecker SPD organisiert.
Die Bundesministerin besichtigte mit der Delegation das Werk und erhielt Einblicke in den Produktionsprozess. Standortleiter Benie Marotz führte gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der INEOS-Gruppe über das Betriebsgelände und erläuterte die Abläufe. In der anschließenden Diskussion wurden die drohende Schließung des Gladbecker Werks und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland ausführlich erörtert.
In einem Punkt waren sich alle einig: Die Basischemie in Deutschland muss eine Zukunft haben!
Bärbel Bas: „Als SPD stehen wir traditionell an der Seite der Beschäftigten in der Industrie. Auch in Gladbeck. Genau deswegen war ich heute vor Ort bei INEOS Phenol, um mir die Situation anzuschauen und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Ich setze mich für den Erhalt der Arbeitsplätze ein. Die chemische Industrie schafft nicht nur tarifgebundene Arbeitsplätze, sondern stellt auch die Versorgungssicherheit mit unterschiedlichen Grundstoffen sicher. Die Erzeugnisse sind die Grundlage für viele alltägliche Produkte. Wir mussten in den letzten Jahren schon einmal schmerzlich erfahren, was eine hohe Abhängigkeit vom Ausland für Auswirkungen haben kann. Schon allein aus diesem Grund müssen wir die Grundstoffindustrien in Deutschland behalten.“
Bürgermeisterin Bettina Weist: „Eine starke Stadt braucht eine erfolgreiche Wirtschaft und vor allem gut bezahlte Arbeitsplätze. Wir sind als Gladbeckerinnen und Gladbecker immer stolz darauf gewesen, dass die chemische Industrie bei uns vor Ort produziert. Ich setze mich dafür ein, dass das auch so bleibt. Die drohende Schließung bleibt ein Schock. Vor allem für die Beschäftigten und deren Familien. Ich werde nichts unversucht lassen, um für diesen Standort vielleicht doch noch eine Perspektive zu bekommen. Genau deswegen haben wir mit Bärbel Bas auch eine Vertreterin der Bundesregierung nach Gladbeck geholt.“
Standortleiter Benie Marotz: „Wir sind Bundesministerin Bas dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hat, uns hier in Gladbeck zu besuchen, um sich die Probleme des Standorts anzuhören. Die angekündigte beabsichtigte Schließung ist kein lokales Problem, sondern ein Symptom der europäischen Industriekrise. Die Kombination aus hohen Energiekosten und einer schlecht durchdachten CO₂-Steuer, die unsere Konkurrenz in Asien, Nordamerika und dem Nahen Osten nicht zahlen muss, macht es unmöglich, Grundchemikalien in Deutschland wettbewerbsfähig herzustellen. Nirgendwo ist Energie teurer als hier. Beide Faktoren führen zur Deindustrialisierung der Basischemie in Deutschland und Europa. Handelt die nationale und europäische Politik nicht, um die Grundlagen unserer verarbeitenden Industrie zu sichern, wird sich diese Schließungswelle fortsetzen. Gladbeck wird nicht der erste Standort sein – und sicherlich auch nicht der letzte.“
